Kündigung Kreditkartenvertrag – Kontovertrag Musteranschreiben für Phishing Opfer
(Ihre Absenderadresse)
(Name)
(Straße, Hausnummer)
(PLZ Ort)
Vorab per E-Mail
sowie per Einwurfeinschreiben
An
(Anschrift Kreditkartenunternehmen / Bank)
(Ort), den (Datum)
Betreff: Kündigung Kreditkartenvertrag / Kartenkonto (Kartennummer / Vertragsnummer einfügen)
Kreditkartennummer: (einfügen)
Kunde/Kundin: (Name, Anschrift, Geburtsdatum einfügen)
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit kündige ich den mit Ihnen bestehenden Kreditkartenvertrag außerordentlich aus wichtigem Grund, hilfsweise ordentlich zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
Hintergrund ist, dass über meine Kreditkarte beziehungsweise mein Kartenkonto eine Belastung erfolgt ist, hinsichtlich derer ich keinen Zahlungsauftrag autorisiert habe. Nach meiner Auffassung steht dieser Zahlungsvorgang im Zusammenhang mit einem Phishing-Angriff.
Ich bestreite ausdrücklich, den streitgegenständlichen Zahlungsvorgang autorisiert zu haben. Ebenso bestreite ich, für diese Belastung sowie für hieraus abgeleitete Zinsen, Gebühren, Mahnkosten oder sonstige Nebenforderungen einstandspflichtig zu sein.
Das Verhalten Ihrer Bank / Ihres Kreditkartenunternehmens ist für mich nicht mehr hinnehmbar, soweit Sie den streitgegenständlichen Vorgang weiterhin als von mir autorisierte Zahlung behandeln und hieraus Zahlungsansprüche gegen mich herleiten. Ebenso widerspreche ich ausdrücklich jeder Darstellung, wonach ich mich mit dem Abschluss eines Darlehensvertrages, einer Ratenzahlungsvereinbarung oder einer sonstigen Finanzierungsvereinbarung über den streitigen Saldo einverstanden erklärt hätte. Eine entsprechende Zustimmung habe ich zu keinem Zeitpunkt erteilt.
Die vorliegende Kündigung erfolgt ausdrücklich ohne Anerkennung eines von Ihnen behaupteten Saldos. Sämtliche Einwendungen gegen die streitgegenständliche Belastung bleiben ausdrücklich vorbehalten.
Ich fordere Sie zugleich auf, mir eine vollständige und nachvollziehbare Abrechnung des Kartenkontos zu übermitteln, aus der getrennt hervorgeht,
welche Beträge auf von mir autorisierte reguläre Kartenumsätze entfallen,
welche Beträge auf die von mir bestrittene Phishing-Belastung entfallen,
welche Zinsen, Gebühren, Mahnkosten oder sonstigen Nebenforderungen Sie hieraus herleiten,
welcher Saldo sich ohne Berücksichtigung der bestrittenen Belastung ergibt.
Hierfür setze ich Ihnen eine Frist von zwei Wochen ab Zugang dieses Schreibens, mithin bis spätestens zum (Datum einsetzen).
Bis zur vollständigen Klärung und nachvollziehbaren Abrechnung untersage ich vorsorglich die Weitergabe negativer Zahlungsinformationen an Auskunfteien, insbesondere an die SCHUFA Holding AG, soweit diese auf der bestrittenen Phishing-Belastung oder daraus abgeleiteten Nebenforderungen beruhen.
Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieser Kündigung, den Beendigungszeitpunkt des Kreditkartenvertrages sowie die Sperrung beziehungsweise Deaktivierung der Karte schriftlich.
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)
(Name)
Wichtiger Hinweis zur Verwendung dieses Musterschreibens
Die Verwendung dieses Musterschreibens sollte eigenverantwortlich und sorgfältig geprüft werden. Die Kündigung eines Kreditkartenvertrages kann praktische und rechtliche Folgen haben, insbesondere wenn die Kreditkarte weiterhin benötigt wird, etwa für Reisen, Hotelbuchungen, Mietwagen, Online-Zahlungen oder laufende Abonnements.
Soweit Sie auf eine Kreditkarte angewiesen sind, sollte vor Ausspruch der Kündigung geprüft werden, ob zunächst ein neuer Kreditkartenvertrag bei einem anderen Anbieter abgeschlossen werden sollte. Andernfalls besteht das Risiko, vorübergehend über keine nutzbare Kreditkarte zu verfügen.
Vor Verwendung dieses Musterschreibens sollte außerdem bereits sichergestellt sein, dass der Phishingfall unverzüglich gegenüber der Bank beziehungsweise dem Kreditkartenunternehmen angezeigt wurde. Ebenso sollte geprüft werden, ob Strafanzeige erstattet wurde oder noch erstattet werden muss. Eine Strafanzeige ersetzt zwar nicht die Anzeige gegenüber der Bank, kann aber für die Dokumentation des Betrugsvorgangs wichtig sein.
Die Kündigung des Kreditkartenvertrages erledigt den Streit über nicht autorisierte Zahlungsvorgänge nicht automatisch. Insbesondere bleibt weiterhin gesondert zu prüfen, ob ein Anspruch auf Gutschrift beziehungsweise Erstattung der streitigen Belastungen besteht, ob die Bank eine Autorisierung nachweisen kann und ob sie dem Kunden grobe Fahrlässigkeit entgegenhalten darf.
Dieses Muster stellt lediglich eine allgemeine Formulierungshilfe dar. Es ersetzt keine anwaltliche Prüfung des konkreten Einzelfalles. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Bank bereits Mahnungen ausgesprochen, Inkasso eingeschaltet, eine SCHUFA-Meldung angedroht, eine Ratenzahlung verlangt oder den Abschluss eines Darlehensvertrages behauptet hat.

